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Unser Oythe und seine Ortsteile - Kath.Kirche St. Marien Oythe Gedicht: Dei Müse van Aite Vorwort Das nachfolgende plattdeutsche Gedicht wurde vermutlich um 1920-30 von dem früheren Oyther Pastor und Heimatdichter Ludwig Averdam verfasst und Oyther Schüler mussten dieses früher auswendig lernen.. Bei der vergnüglichen Geschichte handelt es sich um zwei Hausmäuse, die in dem Oyther Pfarrhaus lebten und dieses wegen einem neuen "dullen" Hauskater in Richtung Vechta verließen. Nach beschwerlichem Weg (früher gab es keine Häuser zwischen Vechta und Oythe!) erreichten Sie "Münstermanns Mühle" beim Bremer Tor in Vechta und fielen dort beide in einen Milchtopf. Das unerwartete Ende und die Moral dieser Geschichte sei hier aber noch nicht verraten - Lesen Sie´s selber ....
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   In Aite bi den ollen Pastor, dor läwde eis ein Müsepaor, so echte, rechte Müseschleiwe, verfräten, frech, geborne Deiwe, van ales moßden sei gnabbeln un gnagen un dön in dei Pötte - ich mag´s nich sagen. Dei Heröhm, dei nich gaut mehr seg, kreg manche schwarte Gött´ un schweg; doch dei Mamsell, dei dö nich schwigen, sei wull dei Deukers Müse krigen, sei köffde sik ´nen dullen Kaoter, do moßden dei Müskes aowert Waoter.    Un as sei köm´n taut Hus herut, do stünd dei ein un kret al lut: "O Gott, wo schall us´t nu wol gaon, wat häbbt wi doch för Leipes daon? Hir buten iß´t so kolt un natt, un gliks gripp us dei dulle Katt." "Du Bangebücks van dumme Mus, wi stammt doch au ´nen hilgen Hus! Menns du, dat Gott us schall verlaoten? Du schuß man mehr Kuraosche faoten! Kumm an, wi flitsket straks nao Vechte, dor helpt us Gott wol al taurechte."    Do kreg dei Lütke wedder Maut, doch kum, dat sei paor Sprünge daut, do hört sei Kösters Hoanen kreien, do fünk dei Lütk´ al wer ant Schreien. "Ne, ne, ik gao nich wider mit, wen dei us sütt, hei us territt." "Schwig doch un laot din dumme Ropen, för Haonens käönt wi doch wol lopen." Un jeder löpp nu, wat hei kunn; doch dor köm´n sei vörn hogen Tun. Do schreit dei Lütke mit Gewaower: "Dor kaomt wi doch malläw´nich aower."    "Dann krup, du Däöskopp, drunner dör! Wel klattert dor denn aower her?" Un richtig, so´n spitz Musekopp find dor uck bol ´n lütk´ Museschlopp, doch kum köm´n sei up annere Siet, do wör dor´n Graoben, deip un wiet. Do röpp dei Lütk´: "Du leiwe Gott, wat is dat wedder för 'ne Not! Vör us dat deipe, grote Waoter un achter us dei dulle Kaoter! Och, laot us doch man Feldmü´ weren, ich krupe gliks hier in dei Eren."    "Wat, Feldmüs', wi van vörnähm Blaut? Du Dummbort, biß ja wol nich gaut, du schuß di leiwer stolter stemmen, tau Not käönt wi jao uck noch schwemmen; un kriegt wi uck den Stert eis natt, wi werd uck Müse van dei Stadt." Un eiher dei Lütke sick verseg, dei Grot üm al bin Kraogen kreg un schmet üm aowerkopp in´t Waoter un schricht dann lut: "Katz, Katz, dei Kaoter." Sü dor, wat dö dei Lütk´ sick stemmen, ´ne Pogge kann nich bäter schwemmen.    Hechbalgend kröp hei al upt Euwer, dor set hei nu noch väl bedreuwer. Och Gott, hei wör so klatternatt, un retkend upn Stein hei satt. Doch löt dei Grot´ üm kiene Ruh: "Man vorwärts", sä hei, "nu man zu!" So trippelt sei dei Straot hendaol, doch hu, wat kump dor nu mit 'n maol? Dat schnuff un pußet; "Ratt, ratt, ratt!" Dei Lütke holt´t förn grote Katt. Un wiel dat uck so gräsig stünk, hei kritskent in den Dornbusk sprüng.    Dei Grote lickde sik dei Schnut un lachd' den Lütken däget ut un bet üm lachend in den Stert; "Du häß di wer ümzüß verfert. So'n Auto kenns du doch ant Tuten, un nu kumm an un holl dei Schnuten!" Dei Lütke, den dat daone knep, nu desto schlacker mit üm löp, so kömen sei almälik dan bi Mönstermann sin Mäölen an, dor wullen sei, as sei so dachden, bin Brotbackaoven aowernachden.    Sei har'n al beid uk daone Schmacht, un wil't mitwil al woren Nacht, so söchden sei van Stein nao Stock un fünn'n uk bol dat Gäötenlock. Un naon Instinkt un naon Geräöke köm'n sei uk richtig in dei Käöke. Dor iß vergäten Leid un Schreck, sei frät't sik bukt in Brot un Speck, un uk dei Lütke wüdd ganz mall, frisk Brot un Speck, dat wör sin Fall. "Nu wedd't noch gaut nao dei Meite, hir iß't doch bäter as in Aite."    Doch so'n fett Fräten, dat maokt Döst, dat har'n sei einlik wäten mößt. Un Mönstermanns sünd doch kin Wert, wor Schluck un Beir utschonken werd. So löpen sei dör Schapp un Schenke un söchden nao wat gaut Gedränke. Bet endlik sei bin Schin van Maond dor fünn 'n groten Pott mit Schmaond. "Hurra, gefunden!" röp dei Grot', "nu iß't vörbi mit Döst un Not!" Doch blot, dor köm noch wedder 'n Schrecken, sei kunnen't nich van baoben recken.    Sei möken 'n Hals wol lank un dünn, doch kiner so deip licken künn. Dei Grot' versöcht noch mit 'n Stert, doch häff sik dat uk nich bewert. Taulest sä hei: "Wi käönt jao schwemmen, kumm an, dor unnen käönt wi schlemmen." So sprüngen beide in den Pott, doch nu geit't scheif, du leiwe Gott! Sei sackden drin bet an de Schnut, dor kaomt sei nümmer nich herut. Wat sei sik uk herümmedreiet un pilings bi dei Wand upkleiet.    Dei Lütke werd al meu un mör, hei giff't al tau: "Ik kann nich mer." Dei Grote schellt: "Jung, holle ut! Wel uthollt, kump alwägs herut." Doch dei, dei kann kin'n Maut mer packen un lett sik in den Schmaond versacken. Dei Grote aower giff't nich tau, so as Pastor sä: "Gott vertrau!" Mit ale sine Musekraft hei in den Schmaond herümmeschafft, hei schwemmt un paddelt immer flotter, bet sik dor bildet 'n Kluten Botter.    Hei klattert up den Kluten drup, un baoben hei sik eirst verschnuff. Dann sprink hei van sin'n Botterstand licht baoben up den Schmaondpottrand. Un wen uk natt un ingefettet, hei kump herut un iß gerettet. Hei lickt sik eirst dei Karmelk af, dat hei nu uk wor kaomen draff. Dan eirst dei Nacht hei düchtig schlöpp, bet hei an'n Morgen widerlöpp. So kump hei den naon Schlachter Möller un flitsket schlak dor in den Keller. Dor läwt hei noch in Lust un Freid un häff sik uk ganz rik befreit. Häff Speck un Fleisk, soväl hei mag, un läwet lustig in den Dagg. Nu merket jau mit deipen Sinnen: "Wer dörhollt, Jungs, de deit gewinnen."
Übersetzung ins Hochdeutsche Dei Müse van Aite oder hochdeutsch  Die Mäuse von Oythe Der Versuch einer (wortgetreuen) Übersetzung ins Hochdeutsche.. . . . In Oythe beim alten Pastor, da lebte einst ein Mäusepaar, so echte, rechte Mäuseschlawiner, verfressen, frech, geborene Diebe, von allem mussten sie knabbern und nagen, und machten in die Töpfe – ich mag's nicht sagen. Der Alte Pastor , welcher nicht mehr gut sah, bekam manche schwarze Grütze und schwieg, doch die Haushälterin, die ruhte nicht, sie wollte die Teufelsmäuse kriegen, sie kaufte sich einen aggressiven Kater, da mussten die Mäuschen übers Wasser. Und als sie zum Haus herauskamen, stand der eine und krähte schon laut: " O Gott, wie wird es uns nun wohl ergehen, was haben wir doch für Schlimmes getan? Hier draußen ist es so kalt und nass, und gleich greift uns die aggressive Katz." " Du Angsthose von dummer Maus, wir stammen doch aus einem heiligen Haus! Meinst du, dass Gott uns wird verlassen? Du solltest lieber mehr Courage fassen! Komm her, wir flitzen geradezu nach Vechta, da wird Gott uns schon weiterhelfen." Da bekam der Kleine wieder Mut, doch kaum, als sie ein paar Sprünge machten, hörten sie den Hahn des Küsters krähen, da fing der Kleine wieder an zu jammern. " Ne, Ne ich geh nicht weiter mit, wenn der uns sieht, wird er uns zerreißen." "Sei still und lass dein dummes Rufen, gegen Hähne können wir doch wohl laufen." Und jeder lief nun, was er konnte; Doch da kamen Sie vor einen hohen Zaun. Da schrie der Kleine mit Gewimmer: "Da kommen wir doch rüber nimmer." "Dann kriech, du Dummkopf, doch drunterher! Wer klettert bei so was auch schon überher ?" Und richtig, so ein spitzer Mäusekopf, findet auch bald ein kleines Mauseloch, doch kaum waren sie auf der anderen Seit, war dort ein Graben, tief und weit. Da rief der kleine: "Du lieber Gott, was ist das wieder für eine Not! Vor uns das tiefe, große Wasser Und hinter uns der aggressive Kater! Ach, lass uns doch Feldmäuse werden, ich krieche gleich hier in die Erden." "Was, Feldmäuse, wir - die von vornehm Blut? Du Dummbart, bist ja wohl nicht gut, du solltest dich lieber ein wenig stolzer zeigen, zur Not können wir ja auch noch schwimmen; und kriegen wir auch den Schwanz mal nass, wir werden auch Mäuse von der Stadt." Und eher als der Kleine sich versah, ihn der Große ihn beim Kragen nahm und schmiss ihn kopfüber ins Wasser und erschreckte ihn laut: Katz, Katz, der Kater." Siehe da, was konnte der Kleine sich anstrengen, ein Frosch könnte nicht besser schwimmen. Hechelnd kroch er alsbald aufs Ufer, da saß er jetzt noch viel betrübter. Ach Gott, er war so klatschnass, und zitternd auf dem Stein er saß. Doch ließ ihm der Große keine Ruh: " Los vorwärts", sagte er, " nur zu!" So trippelten sie die Straße hinunter, doch hu, was kommt da nu mit einem Mal? Es schnauft und pustet; "Ratt – Ratt - Ratt!" Der Kleine hälts für ne große Katz. Und wie´s auch noch so greuslich stinkt, er kurzerhand in den Dornbusch springt. Der Große leckte sich die Schnauze lachte den Kleinen tüchtig aus und biss ihm lachend in den Schwanz; " Du hast dich umsonst erschreckt. So´n Auto erkennt man doch am Tuten, und nu komm und halt den Mund!" Der Kleine, der sich sehr schämte, umso ehrgeiziger mit ihm lief, so kamen sie allmählich dann bei Münstermanns Mühle an, dort wollten sie, wie sie sich so dachten, beim Brotbackofen übernachten. Sie hatten aber beide richtig Schmacht, und wie´s mittlerweile geworden Nacht, so suchten Sie zwischen Stein und Stock und fanden auch bald das Ausgussloch. Und folgend Instinkt und Geruch kamen sie auch richtigenwegs in die Küche. Da war vergessen Leid und Schreck, sie fraßen sich satt in Brot und Speck, und auch der Kleine war ganz berauscht, frisches Brot und Speck, dass war sein Fall. " Nu wird’s doch noch gut nach der Pleite, hier ist es doch besser als in Oythe." Doch solch ein fettiges Essen, dass macht Durst, das hätten sie eigentlich Wissen gemusst. Und Münstermanns sind doch kein Wirt, wo Schnaps und Bier ausgeschonken wird. So liefen sie durch Schubladen und Schränke Und suchten nach was gutem Getränke. Bis endlich beim Schein vom Mond sie fanden einen großen Topf mit Schmand. "Hurra, gefunden!" rief der Große, "nun ist es vorbei mit Durst und Not!" Doch bloß, da kam erneut ein Schrecken, sie konnten sich nicht von oben reinrecken. Sie machten den Hals zwar lang und dünn, dock keiner so tief lecken konnte. Der Große versuchtes es noch mit dem Schwanz, was sich aber auch nicht bewährte. Zuletzt sagte er: "Wir können ja schwimmen, komm her, da unten können wir schlemmen." So sprangen beide in den Topf, doch nun ging's schief, du lieber Gott! Sie sackten ab bis an die Schnauz, da kamen sie nicht wieder heraus. Wie sie sich auch herumdrehten und nach oben an der Wand hochzogen. Der Kleine wurde schon müde und mürbe, er gab schon zu:" Ich kann nicht mehr." Der große schimpfte: "Junge, halt durch! Wer aushält, kommt auf jeden Fall heraus." Doch ihn, ihn kann kein Mut mehr packen Und lässt sich in den Schmand absacken. Der große aber gibt nicht auf, so wie der Pastor sagte: "Gott vertrau!" Mit all seiner Mausekraft er in dem Schmand herumschafft, er schwimmt und paddelt immer flotter, bet sik dor bildet 'n Kluten Botter. Er klettert auf den Klumpen drauf, und oben er sich erst verschnauft. Dann springt er von seinem Butterstand, leicht oben auf den Schmandtopfrand. Und wenn auch nass und eingefettet, er kommt heraus und ist gerettet. Er leckt sich zuerst die Buttermilch ab, dass er sich auch wieder blicken lassen darf. Dann er die Nacht erst tüchtig schlief, bis er am Morgen weiterlief. So kommt er dann zum Schlachter Möller Und flitzte schnurstracks dort in den Keller. Dort lebt er noch in Lust und Freud und hat auch ganz reich geheiratet. Hat Speck und Fleisch, soviel er mag, und lebt lustig in den Tag. Nun merkt Euch mit tiefem Sinnen: "Wer durchhält, Jungs, der tut gewinnen."