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Pastor Dr. Ludwig Averdam   "Dei Müse van Aite" - und ihr Dichter Wie oft haben wir es in den letzten Jahren hören müssen: Du kennst doch das Gedicht "Dei Müse van Aite" - wo kann man es nachlesen? Wir mussten resignierend antworten, dass wohl zwei oder drei Bücher bekannt seien, in denen dieses schöne Poeten - Stück abgedruckt sei, - aber leider waren die Bücher mit diesem Gedicht nirgends zu kaufen: Nur wer noch alte Schulbücher hatte, der konnte dort manchmal den Text ermitteln. Aber wir sind vielen älteren Menschen begegnet, die dieses 25 Strophen umfassende Gedicht zum größten Teil noch auswendig aufsagen konnten: "Wir haben das in der Volksschule auswendig lernen müssen." Nun begann unser Freund frohgemut, das lange gedicht aufzusagen. Als nun unlängst in der Presse zu lesen war, die Stadt Vechta wolle zu diesem Thema einen Wettbewerb unter Künstlern ausschreiben, um Entwürfe für ein "Müse-van-Aite-Denkmal" zu bekommen, da kamen diese Fragen wieder auf: Druck es doch mal in den Heimatblättern nach - unsere Kinder müssen es doch auch einmal kennenlernen..." Man verwies auf den "Sprengepiel - Hund" vor der Parkanlage bei der Kronenstraße: "Wer Sprengepiel war, weiß heut wohl jedermann in Vechta - aber die "Müse van Aite" sind nur noch schemenhaft bei älteren Mitbürgern im Gedächtnis." Nun, diesen Argumenten konnten wir uns nicht verschließen - und als wir in einem alten Lesebuch des früheren kath. Lehrervereins den Text fanden, da stand der Entschluss fest:   "Diese Fassung muss in die Heimatblätter - zumal wegen der lustigen Zeichnungen der beiden Mäuse!" Die moderne Technik macht das recht leicht - und so finden unsere Leser jetzt auf diesen beiden Seiten das ganze "Drama" abgedruckt, möchten wir sagen. Damit nun auch Leser, die im Lesen und Verständnis dieses plattdeutschen Gedichtes nicht ganz sicher sind, den Inhalt kennen zu lernen, möchten wir denselben hier kurz mitteilen: Die "Müse van Aite" sind zwei kleine Tierchen, die einst im Pfarrhaus zu Oythe recht gut lebten, es aber mit der Angst bekamen, als die Haushälterin des alten Pastors nicht länger zusehen wollte, dass die kleine Viecher kleine schwarzen Häufchen überall im Pfarrhaus hinterließen, wenn sie sich satt gefressen - und Spuren ihrer gut funktionierenden Verdauung hinterlassen hatten. Sie wusste auch ein probates Mittel gegen Mäuse: "Ein tüchtiger Kater mußte ins Haus, der wird mit den kleinen Mäusen schon fertig werden!" So geschah es dann: der Kater hielt seinen Einzug - und die beiden Mäuse bekamen es mit der Angst: Sie mussten das bisher so gastliche Pfarrhaus verlassen und sich ein nahrhaftes Quartier suchen. Vom Pfarrhaus in Oythe (auf Platt heißt diese alte Gemeinde im Nordosten von Vechta "Aite") wanderten sie in Richtung Vechta, erlebten bei "Münstermanns Mühle", da wo die Bremer Straße sich in den Kreuzweg und die Oyther Straße gabelt, ihr erstes Abenteuer. Sie stürzten sich auf ein großes Fass mit "Schmand", woraus man Butter machen konnte. Sie hatten aber nicht bedacht, daß sie dort nicht wieder herauskommen konnten; sie fürchteten schon zu ertrinken. Die lebenserfahrene ältere Maus gab die Parole aus: "Tüchtig strampeln, bis sich ein Stück Butter bildet, dann springen wir darauf und von dort auf den Rand des Topfes, dann sind wir gerettet!" So wurde dann feste gestrampelt, bis der Sprung auf den Rand des "Smand-Pottes" gelang. Nun waren sie gerettet, zogen weiter nach Vechta und fanden ein neues Quartier bei Schlachter Möller (heute Bartneck) auf der Große Straße in Vechta, wo es ihnen sehr gut ging, hatte sie doch Speck und Fleisch in Hülle und Fülle... Diese hübsche Geschichte verdanken wir niemand anders als dem dem früheren Pastor von Oythe, Dr. Ludwig Averdam. Dr. Averdam wurde 1858 auf Stukenborg bei Vechta geboren, studierte in Rom und wurde dort 1884 zum Priester geweiht. Im Jahr 1911 wurde er Pfarrer von Oythe, 1920 Dechant von Vechta und 1926 Ehrendomkapitular in Münster. Von 1920 - 1934 leitete er die Redaktion Heimatblätter von Oythe. Von Altersbeschwerden befreite ihn der Tod am 26. Februar 1946.
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